Start Aktuelles Paul Bobinger nationale Spitze
17 | 10 | 2017
Paul Bobinger nationale Spitze Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kober   
Samstag, den 19. November 2016 um 18:38 Uhr

PAUL BOBINGER NATIONALE SPITZE 

Paul Bobinger konnte im ersten Jahr der Aktivenklasse nahtlos an seine Erfolge aus den Jugendjahren anknüpfen. Als Abonnementssieger auf bayrischer Ebene, drängt er nun in die deutsche Spitze vor. Auch der jugendliche 1860-Nachwuchs überzeugt auf regionaler Ebene.

Der Saisoneinstieg war zugleich schon der erste Saisonhöhepunkt: Die Deutschen Hochschulmeisterschaften in Paderborn. Ende Mai startete Paul Bobinger über seine Paradedisziplinen, den 110-m und 400-m-Hürden gegen die studentische Konkurrenz aus Deutschland. Über 400-m-Hürden wurde er aufgrund seiner schlechteren Meldezeit aus dem Vorjahr in den schwächeren B-Lauf gesteckt. Diesen gewann er souverän mit neuer persönlicher Bestzeit von 54.87 sec. Leider reichte diese Zeit in der Endwertung nur zu Rang sechs. Der Fokus lag hier ohnehin schon auf der Kurzhürdenstrecke am Nachmittag. Als Drittschnellster aus den Vorläufen qualifizierte sich Paul Bobinger in 14.85 sec für das Finale. Dort konnte er leider nicht in den Titelkampf mit eingreifen und sicherte sich die Bronzemedaille.

Anfang Juni stieg er bei der Sparkassen Gala in Regensburg wieder in den Startblock. Mit einer neuen Bestzeit über die 100 m in 11.29 sec wollte Paul diese gute Form gleich noch in die Hürden umsetzen. Mit einigen technischen Problemen und gewaltigem Gegenwind konnte er sich im 110-m-Hürdenfinale erst nach 15.02 sec als Siebter ins Ziel retten.

 Am Wochenende darauf trat sein Trainingskollege Adrian Seehorsch bei den Oberbayrischen Meisterschaften ins Wettkampfgeschehen ein. Sichere Sprünge um die Zwölf-Meter-Marke bescherten ihm im Dreisprung knapp geschlagen den 3. Platz.

 Bevor es nun in die spannenden Wettkampfwochen ging, testete Bobinger Ende Juni in Ingolstadt seine Form über 400 m und 200 m. Über 200 m freute er sich über eine neue Bestzeit von 22.82 sec. Und auf den 400 m biss er auf die Zähne, um zum ersten Mal die 50-Sekunden-Schallmauer zu unterbieten. Als Sieger in 49.91 sec verbesserte der Sechziger seine Bestzeit aus dem Vorjahr um über eineinhalb Sekunden.

 Bayern-Titel für Bobinger

Mit diesen Vorleistungen fuhr er mit starkem Selbstbewusstsein nach Hösbach zu den Bayrischen U23-Juniorenmeisterschaften. Leider konnte er sein Potential über die 400-m-Hürden, geschuldet der sehr langen Hinfahrt, nicht ganz ausschöpfen und musste sich mit dem Vizetitel geschlagen geben. Tags darauf drehte er zur Titelverteidigung über seine Lieblingsstrecke 110-m-Hürden den Spieß um, setzte sich über eine halbe Sekunde vom Feld ab und holte seinen nächsten bayrischen Meistertitel in 15.00 sec. Adrian sprang mit 12.32 m Bestleistung, lediglich 5 cm am Podium vorbei.

 Am selben Wochenende testeten zwei weitere U18-Jugendathleten ihre Form bei den Münchner Meisterschaften. Leander Hölzl und Dominic Rapf konnten neue Bestzeiten im 100-m- und 200-m-Sprint verbuchen. Knapp über der Zwölf-Sekunden-Marke blieben Leander in 12.01 sec und lediglich ein Hundertstel dahinter Dominic. Über 200 m konnte sich Leander in 24.35 sec etwas weiter von seinem Trainingskollegen absetzen. Von den Schülern der U14 deutete Ole Erlmann mit Rang fünf im 800-m- und Rang sechs im 75-m-Lauf mit Bestzeit (11.06 sec) sein enormes Potential an. Mit diesen Leistungen schlossen alle ihre Saison mit Top-Acht-Platzierungen in München ab.

2015-07-12_Bayerische_Leichtathletik_Meisterschaft_in_Markt_Schwaben_134

 

Am 17. Juli startete Paul Bobinger erstmals bei den Herren um die Bayrische Meisterschaft im nahen Erding. Über 400-m-Hürden wollte er nun endlich seine starken Vorleistungen in einen guten Lauf umsetzen, musste allerdings von der ungünstigen Außenbahn starten und hatte somit das Feld, mit dem außer Wertung startenden DM-Dritten Florian Handt, erstmal hinter sich. Nach mutig schnellen ersten 200 m konnte er sich schon leicht vom restlichen Feld absetzen und im Windschatten von Handt auf die Zielgerade einbiegen. Den Kampf um den Bayrischen Meistertitel gegen Andreas Kölbl konnte der Löwenathlet diesmal für sich entscheiden, und dies mit einer grandiosen Zeit von 53.50 sec. Die Verbesserung um fast eineinhalb Sekunden seiner Bestzeit brachte Paul nun die Qualifikationsleistung für die Deutschen Meisterschaften. Beflügelt von diesem starken Lauf, ging er nun selbstbewusst ins Finale der 110-m-Hürden. Mit schnellem Start und guter Technik konnte er sich hier an den Spanier Pedro Garcia-Fernandez ansaugen und mit neuer Bestleistung von 14.67 sec die Silbermedaille gewinnen. Diese Zeiten bedeuteten nun zwei Top-Acht-Platzierungen in der deutschen U23-Bestenliste, was auf interessante Juniorentitelkämpfe hoffen lies.

 Die deutschen U23-Juniorenmeisterschaften im Wattenscheider Lohrheidestadion am 23. und 24. Juli waren der Saisonhöhepunkt für Paul Bobinger. Leider lief der Vorlauf über 400-m-Hürden nicht wie erwartet und er konnte seine Erdinger-Zeit nicht bestätigen. Das Aus im Vorlauf hatte das Sechziger Eigengewächs so nicht eingeplant, musste sich mit dem 11. Platz in Deutschland zufriedengeben und konnte sich nun voll auf die Kurzhürden am nächsten Tag konzentrieren. So stand Paul am Sonntag topfit und hochmotiviert an der Startlinie zum ersten Vorlauf über 110-m-Hürden der Junioren. Technisch sauber und aggressiv sicherte er sich souverän in 14.73 sec als Sieger sein Finalticket mit der drittschnellsten Zeit. Knapp zwei Stunden später kehrte dann Stille in Bochum-Wattenscheid ein, als sich die acht Finalisten, darunter zwei U20-EM-Finalläufer, an der Startlinie wider zusammenfanden. Paul Bobinger mitten drin auf Bahn drei. Trotz gutem Start und schnellen ersten Hürden konnten sich die beiden Favoriten leicht absetzen. Doch der Kampf ums Podium ging bis zur Ziellinie, wo der Löwe im Wimpernschlagfinale gleichauf mit Felix Krause einlief. War hier eine Medaille im ersten Juniorenjahr in Reichweite? Leider kam gleich darauf die Ernüchterung auf der Anzeigetafel. In 14.65 sec war Paul um eine Hundertstelsekunde vom Podium verdrängt worden. Dennoch darf er auf einen starken 4. Platz bei den U23-DM mit Bestleistung am Saisonhöhepunkt stolz sein, gerade da ihn vor der Saison mit Sicherheit keiner auf der Rechnung hatte.